Kaufen oder Mieten?

Die Zinsen für Hypothekendarlehen oder auch Baudarlehen mit 10 Jahre Zinsbindung haben sich in den letzten 5 Jahren etwa von 2 % auf 1 % verringert, ein scheinbar kleiner Wert.

Aber die Zinsentwicklung der vergangenen Jahre ist damit der entscheidende Aspekt! De facto bedeutet es schlußendlich, dass sich die Kosten = Zinsen in diesen 5 Jahren glatt halbiert haben. Berücksichtigt man nun auch noch gleichzeitig, dass sich die Zinsen für Geldanlagen der Sparer – seien es Sparbücher, Lebensversicherungen oder auch Bausparverträge – praktisch in Luft aufgelöst haben, dass heißt man bekommt praktisch keine Verzinsung mehr für die seit Jahrhunderten geübte Sparsamkeit der Menschen, so versteht man die heutige Situation.

Das hat in den letzten Jahren eben dazu geführt, dass immer mehr Menschen in unserem Lande nun notgedrungen zu Immobilien-Investoren geworden sind und eine Immobilie oder auch mehrere als Anlageobjekt zum Vermieten gekauft haben. Dadurch ist eine signifikante Verknappung des Angebotes von Immobilien eingetreten und ein deutlicher Überhang bei den Käufern und Suchenden. Jede Schrottimmobilie und Immobilien in unattraktiven Lagen werden deshalb heute angeboten und meist auch verkauft.

Verschiedene Studien, insb. vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln (https://www.iwkoeln.de) belegen eindeutig, dass sich bei den heutigen Bedingungen im und am Immobilienmarkt in der überwiegenden Mehrzahl der untersuchten Fälle aller deutschen Landkreise und kreisfreien Städte Kaufen gegenüber Mieten im Mittel 48,5 % günstiger ist. Was für ein großer Unterschied!

In Mainz z. B. liegt der durchschnittliche Vorteil von Eigenheimbesitzern gegenüber Mietern bei sagenhaften 60% wie man der Studie entnehmen kann. Dass heißt, Mieter zahlen durchschnittlich mehr als das doppelte für vergleichbare Wohnungen als wenn Sie Eigentümer wären! Im Cashflow oder der Liquiditätsrechnung sieht das etwas anders aus, aber dazu kommen wir in mehreren anderen Kapiteln.

Verallgemeinert kann man sagen, dass in den meisten Fällen – selbst bei  sehr hohen Kaufpreisen – wie z. B. München – Mieten meist günstiger ist als Kaufen. Das natürlich umso mehr in weniger attraktiven Stadtvierteln oder bei einem Verkauf unter der Hand und ohne Maklerprovision oder bei Sanierungsobjekten oder ausbaufähigen Dachgeschossen usw. In kleineren Gemeinden – z. B. rund um größere Städte oder gar auf dem Lande sind die Preise meist deutlich günstiger. Dort ist Kaufen generell günstiger als Mieten, da die Kaufpreise dort aufgrund geringerer Nachfrage erheblich niedriger sind. Es kommt aber immer auf den Einzelfall an.

Ein Gedanke zu „Kaufen oder Mieten?“

Schreiben Sie einen Kommentar